Kosten · 7 Kapitel
Marketing Agentur vs. Inhouse: Was lohnt sich?
Gehalt ist nicht der ganze Preis einer Stelle. Ein Ex-Controller rechnet Agentur gegen Inhouse: Vollkosten, Auslastung und die Fälle, in denen du keins von beidem brauchst.
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Einstieg
Ob dein Marketing in eine Agentur oder ins eigene Haus gehört, hängt unter anderem von Vollkosten, Auslastung, benötigtem Wissen, Steuerungsaufwand und Risiko ab. Das lässt sich belastbarer rechnen als aus dem Bauchgefühl ableiten.
Ich habe vor der Agentur im Controlling gearbeitet. Dort lernst du: Der Gehaltszettel bildet nicht alle Kosten einer Stelle ab. Genau deshalb braucht der Vergleich dieselben Kostenblöcke und denselben Leistungsumfang.
Deshalb rechnen wir das hier gemeinsam durch. Ehrlich, in beide Richtungen. Auch dahin, wo du gar keine Agentur brauchst. Uns eingeschlossen.
Kapitel 01
Was eine Agentur wirklich kann
Eine Agentur kann Spezialwissen in SEO, Google Ads, Social Media, Webdesign und Videoproduktion bündeln. Ob du diese Disziplinen intern auslasten würdest, hängt von deinem Bedarf ab.
Projektübergreifende Erfahrung kann Vergleichspunkte liefern. Sie ersetzt aber weder Kenntnis deines Unternehmens noch eine Prüfung, ob ein Muster auf deinen Fall übertragbar ist.
Laufzeit und Kündigung einer Agenturleistung richten sich nach dem Vertrag. Ein Vergleich mit einem Arbeitsverhältnis muss arbeits-, vertrags- und betriebswirtschaftlich getrennt betrachtet werden.
Für Unternehmen zwischen Saarbrücken und St. Wendel kommt Nähe dazu. Wir sitzen in Ottweiler und fahren zu unseren Kunden hin. Vor Ort, mit Kamera im Gepäck. Den Markt hier musst du uns nicht erklären.
Kapitel 02
Wann Inhouse die bessere Wahl ist
Ein eigenes Team kennt Produkt und Alltag unmittelbar. Eine Agentur kann dieses Wissen durch Zusammenarbeit aufbauen, bleibt aber auf gute Briefings und Freigaben angewiesen.
Inhouse kann dort passen, wo kurze Reaktionswege und unmittelbares Produktwissen wichtig sind, etwa beim Community Management. Ob eine interne Antwort schneller oder geeigneter ist, hängt von Zuständigkeit und Prozess ab.
Beim Content-Marketing kann internes Fachwissen ein Vorteil sein. Externe Unterstützung bleibt auf gute Briefings, Quellen und fachliche Freigaben angewiesen.
In regulierten Branchen müssen Fachwissen, Dokumentation und Freigaben unabhängig vom Modell klar organisiert sein. Interne Wege sind nicht automatisch kürzer oder rechtssicherer.
Entscheidend bleibt die Auslastung: Vergleiche die Vollkosten einer Stelle mit dem tatsächlich benötigten Umfang und den Kosten verfügbarer Alternativen.
Kapitel 03
Die Vollkostenrechnung: Was eine Stelle wirklich kostet
Und was heißt Vollkosten genau? Alles, was eine Stelle verursacht, statt nur das, was im Arbeitsvertrag steht. Aus meiner Controlling-Zeit ist das die Rechnung, die ich am häufigsten vermisse.
Zum Gehalt kommen Arbeitgeberanteile und Sozialabgaben. Dazu Werkzeuge, Arbeitsplatz und die Einarbeitungsphase. Höhe und Dauer hängen von Rolle, Erfahrung und Unternehmen ab.
Urlaub, Krankheit, Fluktuation und Vertretung gehören ebenfalls in die Kapazitätsplanung. Ob eine Agentur oder ein internes Team Ausfälle auffangen kann, muss am konkreten Setup geprüft werden.
Auch Führung verursacht Aufwand: Briefings, Feedback und Entscheidungen binden interne Zeit. Bewerte diese Zeit mit einem nachvollziehbaren Ansatz statt sie auszublenden.
Meine Regel aus dem Controlling gilt auch hier: Konkrete Beträge hängen an deinem Fall. Diese Kostenblöcke solltest du mindestens prüfen:
- Gehalt plus Arbeitgeberanteile und Sozialabgaben
- Werkzeuge: Lizenzen, Kamera, Schnittrechner, Arbeitsplatz
- Einarbeitung: interne Zeit, Lernaufwand und vorübergehend begrenzte Kapazität
- Ausfall und Vertretung: Urlaub, Krankheit, Fluktuation und verfügbare Abdeckung
- Führung: deine Zeit für Briefings, Feedback und Entscheidungen
Kapitel 04
Wann lohnt sich eine Agentur?
Eine Agentur kann sinnvoll sein, wenn du Spezialwissen brauchst und keine volle Stelle dafür auslastest. Ob das auf dein Unternehmen zutrifft, zeigt die Vollkosten- und Bedarfsrechnung.
Typische Fälle: Du startest ohne Marketingteam und willst es von Anfang an sauber aufsetzen. Oder dir fehlt intern Wissen, etwa für Anzeigen oder Social Recruiting.
Oder ein Projekt sprengt dein Tagesgeschäft: ein Website-Relaunch, eine neue Social-Media-Strategie, die Eröffnung deines zweiten Standorts in Neunkirchen.
In solchen Fällen kaufst du zeitlich und vertraglich definierte Erfahrung ein. Mindestlaufzeit, Kündigung und Übergabe müssen im Angebot ausdrücklich geregelt sein.
Lieber machen lassen?Lass uns den nächsten Schritt klar einordnen.
In 30 Minuten schauen wir auf Ziel, Ausgangslage und Prioritäten. Danach weißt du, welcher nächste Schritt sinnvoll ist und ob wir dafür zusammenpassen.
- Einordnung deiner aktuellen Ausgangslage
- Prioritäten und offene Fragen sortieren
- Empfehlung für den sinnvollen nächsten Schritt
Kapitel 05
Und wann brauchst du gar keine Agentur?
Wenn dein aktuelles Geschäftsziel ohne zusätzliche Marketingmaßnahme erreicht wird, kann es sinnvoll sein, vorerst nicht zu investieren. Prüfe Kapazität, Engpass und erwartbaren Nutzen statt Aktivität zum Selbstzweck zu kaufen.
Ohne interne Zeit für Briefings und Freigaben steigt das Risiko von Verzögerungen oder unpassenden Ergebnissen. Plane diese Kapazität unabhängig vom gewählten Modell ein.
Wenn Angebot, Verfügbarkeit oder Abschlussprozess der Engpass sind, löst zusätzliche Reichweite ihn nicht automatisch. Prüfe deshalb zuerst die gesamte Kette.
Kapitel 06
Das Hybridmodell: eine Person innen, Spezialisten außen
Ein Hybridmodell kann passen: Eine interne Kraft koordiniert und hält Wissen im Unternehmen, externe Spezialisten übernehmen klar definierte Aufgaben.
Dabei kann intern das Marken- und Produktwissen liegen, während externe Spezialisten definierte Aufgaben übernehmen. Die passende Verteilung hängt von Kompetenz und Kapazität auf beiden Seiten ab.
Wichtig ist eine klare Arbeitsteilung: wer plant, wer produziert, wer misst. Ohne diese Klärung bezahlst du zweimal für dieselbe Aufgabe.
Behandle Agentur, Inhouse und Hybrid als prüfbare Organisationsmodelle. Die zentrale Frage lautet: Wer übernimmt welche Aufgabe, Entscheidung und Verantwortung?
Kapitel 07
Woran du eine gute Agentur erkennst
Nicht an der Website. An der Reihenfolge ihrer Arbeit: erst messen, dann umschichten, dann umsetzen. Und an Berichten, die du ohne Marketing-Studium verstehst.
Das Reporting ist dabei unser eigener Maßstab: Wir tracken Kampagnen bis zur Anfrage, nicht bis zum Klick. Klicks schmeicheln. Anfragen bezahlen Rechnungen.
Und sprich über Zahlen. Welche Conversion-Rate soll die Zusammenarbeit bewegen? „Das zahlt auf die Marke ein“ ist keine Antwort. Wer nicht messen will, will nicht gemessen werden.
Zuletzt zählt die Chemie. Du arbeitest mit Menschen, nicht mit einem Logo. Führe zwei oder drei Erstgespräche und vergleich, wie konkret die Antworten werden.
Prüf in diesen Gesprächen fünf Punkte:
- Referenzen aus deiner Branche oder Region statt einer anonymen Logo-Wand
- Reporting bis zur Anfrage, nicht nur bis zum Klick
- Verständliche Laufzeiten sowie klar geregelte Konto-, Zugangs- und Nutzungsrechte
- Ein fester Ansprechpartner statt wechselnder Zuständigkeiten
- Der Mut, dir von einer Leistung abzuraten
Kurz gesagt
Das Wichtigste in Kürze
Agentur oder Inhouse ist keine Glaubensfrage. Es ist eine Rechnung: Vollkosten gegen Vollkosten, Auslastung gegen Bedarf. Wer nur das Gehalt gegen die Agenturrechnung stellt, rechnet sich die falsche Antwort schön.
Inhouse kann bei hoher Auslastung, tiefem Produktwissen und kurzen Wegen passen. Eine Agentur kann bei Spezialwissen und Projekten passen. Ein Hybridmodell ist eine weitere Option, keine pauschale Siegerlösung.
Und manchmal gewinnt keins von beidem. Läuft dein Geschäft ohne Marketing voll, spar dir das Geld. Ein Rat, den du selten hörst. Er stimmt trotzdem.
Falls du lieber rechnen als raten willst: Bevor du eine Stelle ausschreibst oder einen Vertrag unterschreibst, zeigen wir dir kostenlos, wo dein Marketing steht. Mit Zahlen statt Meinungen.
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